Liebe Schwestern und Brüder im Herrn,

eröffnen sie ihr persönliches spirituelles Fitnessstudio zu Hause!

Jede Krise ist immer auch eine Chance der Neubewertung, der Veränderung zum Besseren und Wesentlichen.

ich möchte sie ermuntern, in dieser für alle schwierigen Zeit, wo das öffentliche Leben und auch das gewohnte und eingeübte Leben der Kirche im Allgemeinen und auch des Einzelnen vielfach lahmliegt oder reduziert ist, eine andere Spiritualität zu entdecken bzw. weiterzuentwickeln, um die persönliche Gottesbeziehung zu vertiefen, die für uns und die Welt heilsam sein kann.

Dazu möchte ich gerne zwei Anregungen geben.

  • Suchen sie die Stille und hören auf Gott
  • Lesen sie in der Bibel und meditieren sie, was sie für ihr konkretes Leben an hilfreichen Impulsen bereithält

In unserem Gebetsleben sind wir als praktizierende Katholiken mehr oder weniger gut geschult und geübt im gemeinschaftlichen Gebet, im Feiern von Hl. Messen und anderen Gottesdienstformen (Kreuzweggebet, Marienandachten, Rosenkranz ect.). Das persönliche Gebet beschränkt sich oft eher auf vorgefertigte Gebete. Diese Gebetsformen sind gut und richtig und bereichern unser Leben, aber unsere Gebetsleben soll sich nicht darin erschöpfen.

Ich möchte sie und euch dazu ermutigen, die Leerstellen, die wir jetzt auch von außen gesetzt bekommen, positiv zu nutzen. Das  Gebet ist in erster Linie eine Grundhaltung, bei der Mensch sich in Beziehung mit Gott begibt. Das Wichtigste dabei ist, sich auf Gott hin auszurichten und seiner Stimme in unseren Herzen Gehör zu verschaffen. Das gelingt oft nicht in der Hektik unserer so schnelllebigen, reizüberfluteten Zeit. Es braucht Zeiten und Orte der Stille, die wir bewusst suchen müssen. Gott ist unaufdringlich und wartet darauf, dass wir ihn einladen und an unserem Leben teilhaben lassen. Als Glaubende sind wir zunächst Hörende auf den Willen Gottes für unser Leben. „Höre Israel“ (Dtn  6,4) gilt nicht nur für die Juden, sondern für alle Menschen, die sich nach Gott hin ausrichten, damit ihr Leben gelingt.

 Jesus hat dies immer wieder getan. Er hat einsame Orte aufgesucht, oft schon bevor das Tagewerk begann, um seinem Auftrag gerecht zu werden: „Meine Speise ist es, den Willen des Vaters zu tun.“ (Joh 4,34) Jesus wusste, dass er nur das geben kann, was er selbst geschenkt bekommt. Er hat seinen „spirituellen Akku“ immer wieder aufgeladen im hinhörenden Gebet auf seinen Vater im Himmel. „Sie alle wollten ihn hören und von ihren Krankheiten geheilt werden. Doch er zog sich an einen einsamen Ort zurück, um zu beten.“ (Lk 12,15-16). Wer selbst leer ist, hat buchstäblich nichts zu geben. Die Liebe Gottes können wir nur weitergeben, wenn wir sie uns zunächst selber schenken lassen. „Du aber geh in deine Kammer, wenn du betest, und schließ die Tür zu; dann bete zu deinem Vater, der im Verborgenen ist.“ (Mt6,6) Dieser praktische Hinweis ist jetzt aktueller denn je und lässt sich gut umsetzen. Natürlich sind auch die Kirchen geöffnet und das Gebet kann auch dort gut gehalten werden.

Zwei Heilige führen uns beispielhaft vor Augen, wie fruchtbar diese Zeiten mit Gott im persönlichen Gebet und der Schriftlesung sind.

Ignatius von Loyola der Gründer des Ordens der Jesuiten war ursprünglich Soldat und wurde in einer Schlacht schwer verwundet, so dass er viele Monate im Krankenlager auch die Langeweile aushalten musste. In dieser Zeit hat er die uns bekannten ignatianischen Exerzitien (geistliche Übungen) entwickelt, die ihm geholfen haben, diese Zeit für ihn spirituell nutzbar zu machen, geistlich zu wachsen und nachher auch in sein Leben einzubauen. Mehrmals am Tag hat er die Stille gesucht, um Gott in seinem Leben wirken zu lassen. Ein Zitat von ihm: „Viele Menschen wissen nicht, was Gott aus ihnen machen würde, wenn sie sich ihm ganz übergeben.“

Ein anderer Heiliger ist Franz von Assisi, der täglich viel Zeit im Gebet vor dem Kreuz verbrachte und der danach buchstäblich die Liebe Gottes ausstrahlte, die er im Gebet (im Hinhören auf Gott) empfangen hatte.

Papst Franziskus, der beide Heilige als persönliche Vorbilder hat, mahnte ja seinerzeit schon an, dass der „spirituelle Alzheimer“ in der Kirche nicht weiter um sich greifen darf.

Wir haben oft zu viel „Input“ vom Lärm der Welt und hören nicht mehr die Stimme Gottes. Ständig sind wir online für alle und jeden aber nicht für Gott. In einem Lied von der Gruppe Revolverheld heißt es: „Wir sind  immer und überall erreichbar und erreichen doch gar nichts.“ Wir sind vielfach wie ein Glas mit Wasser voller Schwebeteilchen, das ständig geschüttelt wird und einen nicht mehr klar sehen lässt.  Nutzen wir die Gelegenheit, zur Ruhe zu kommen, damit wir wieder durchblicken und erkennen, worauf es im Leben wirklich ankommt.

Wie geht es konkret? Hilfreiche Anregungen dazu habe ich unter anderem aus einer Handreichung für die Leser der Zeitschrift „Franziskaner“ entnommen:

  • Gebet in der Stille
  • Suchen sie sich zu Hause einen Raum, wo sie sich wohl fühlen und richten sich eine kleine Gebetsecke ein (Kreuz, Kerze, etc.).
  • Legen sie für sich eine Zeit fest, wie lange sie in die Stille gehen wollen (beginnen sie mit 10-15 Minuten und steigern sie es langsam).
  • Sorgen sie dafür, dass sie nicht gestört werden (kein Telefon, Handy, ggf. Familie Bescheid geben).
  • Entzünden sie ggf. eine Kerze.
  • Setzen sie sich in eine bequeme Position und schließen sie die Augen.
  • Sprechen sie zu Beginn ein kurzes Gebet, in dem sie Gott sagen, dass sie sich jetzt für ihn Zeit nehmen und ihr Herz für seine Gegenwart öffnen möchten.
  • Wenn sie ein Problem oder eine Fragestellung umtreibt, bitten sie Gott um eine Antwort und warten in der Stille.
  • Achten sie auf ihren Atem, atmen sie ruhig und lassen alles los.
  • Lassen sie die Gedanken und Bilder einfach kommen und gehen. Bewerten sie nichts
  • Erschrecken sie nicht, wenn es zunächst schwer fällt und ihnen nicht ständig die besten Erkenntnisse kommen.
  • Seien sie geduldig mit sich selbst und versuchen sie nichts zu erzwingen.
  • Üben sie regelmäßig, möglichst täglich zur selben Zeit. Am besten eine Zeit am Morgen und eine am Abend.
  • Beenden sie die Gebetszeit mit einem kurzen Dankgebet (z.B. Vater, ich danke dir, dass du mich liebst. Ich lobe und preise dich jetzt und alle Tage meines Lebens. Amen).
  • Nehmen sie die innere Stille mit in Alltag, auch an laute Orte.
  • Am Abend ist das ignatianische Gebet der „liebenden Aufmerksamkeit“ zu empfehlen. Schauen sie in der Stille auf den vergangen Tag, wo sie die Spuren der Liebe Gottes entdecken konnten, wo ihnen etwas zugewachsen ist, wo ihnen mit der Hilfe Gottes etwas gelungen ist. Danken sie Gott dafür und bitten sie um Vergebung, wo sie hinter der Liebe Gottes zurückgeblieben sind.
  • Schriftlesung
  • Lesen und meditieren sie z.B. das Tagesevangelium und oder die Lesungstexte (fangen sie klein an und überfordern sich nicht, besser täglich etwas, als 3x im Jahr eine große Menge)
  • Sie haben ein bestimmtes „Problem“ oder eine Frage, die sie umtreibt. Bitten sie Gott, dass er ihnen in der Hl. Schrift eine Antwort gibt. Schlagen sie dann die Bibel an irgendeiner Stelle auf und lesen sie, so lange bis ihnen eine Stelle hilfreich erscheint und sie in ihrer Fragestellung weiterbringt.
  • Lesen sie ab und zu ein ganzes Buch der Bibel.
  • Beten sie täglich einen Psalm (die Psalmen waren u.a. auch der Gebetsschatz Jesu)
  • Im Gotteslob Nr. 1, Abschnitt 3 finden sie hilfreiche Anregungen zur persönlichen Schriftlesung, die ich an dieser Stelle gerne zitieren möchte.

Wer sich regelmäßig mit der der Heiligen Schrift (Bibel) auseinandersetzt, gewinnt einen persönlichen Zugang zum Wort Gottes. Im Schweigen und Hören wird es lebendig und zum Begleiter durch Höhen und Tiefen des Lebens. Wo das Leben im Licht der Schrift gedeutet wird, führt die Schriftlesung zum Gebet. Dazu helfen feste Zeiten der Ruhe und Stille. Folgende Schritte können auf dem Weg dahin hilfreich sein

  • Sich Gottes Geist öffnen, z.B. mit den Worten: „Öffne mich Gott, für deinen Heiligen Geist, damit ich verstehe, was du mir heute sagen willst.“
  • Meditierendes Lesen: Das Lesen der Schrift braucht Zeit und Ruhe. Es geht nicht darum, möglichst viel zu lesen, sondern Gott zu begegnen
  • Verweilen bei einem Wort oder Satz: Was unmittelbar anspricht, hat mir dem eigenen Leben zu tun. Was will mir Gott mit diesem Wort sagen? Nicht immer gibt es sofort eine Antwort auf diese Frage. Vielleicht ergibt sie sich im Laufe des Tages, vielleicht auch erst nach langem Warten.
  • Antwort: Wo Gott zu Menschen spricht, verlangt sein Wort eine Antwort – in eigenen Worten, formulierten Gebeten und im Handeln

Mit welchen Neben-Wirkungen müssen sie rechnen, wenn sie das regelmäßig praktizieren?

  • Ihre Seele wird geistig wachsen
  • Sie werden dankbarer und demütiger
  • Ihre Lebensfreude wird größer
  • Ihre Liebe zu Gott, zu den Mitmenschen und zu sich selbst wird tiefer
  • Ihr Gespür für das, was Richtig und Falsch ist wird geschärft
  • Sie werden gütiger, barmherziger und geduldiger
  • Sie nehmen sich selbst nicht mehr zu wichtig, aber Gott wird immer wichtiger
  • Sie können besser verzeihen und um Vergebung bitten
  • Ihr innerer Friede als Kraftquelle wird stärker
  • Sie können Salz für die Erde und Licht für die Welt sein (vgl. Mt 5,13-14)
  • Wenn sie die Stille halten, wird die Stille sie halten

Wenn sie all das nicht möchten, lassen sie es, wenn aber doch, dann fangen sie an, jetzt und heute!

Alles Gute und Gottes Segen wünscht ihr und euer Gemeindereferent

Christoph Kinkel

 

 

Notfallrufnummer

für dringende
seelsorgliche Notfälle
z. B. bei Todesfällen oder
zur Krankensalbung 
0151 / 11 77 55 06

Aktuelle Termine

Keine Einträge gefunden

Gottesdienständerungen

Gottesdienstliche Angebote - Live Übertragungen

Aus dem Paderborner Dom: per Live-Stream über die Homepage des Erzbistums Paderborn

Täglich:             8.00 Uhr        Morgengebet

                                                12.00 Uhr        Mittagsgebet

                                                18.30 Uhr        Hl. Messe

Sonntagsmessen

Im Fernsehen:

ZDF                               9.30 Uhr        in der Regel alle 2 Wochen kath. Messfeier

EWTN                          10.00 Uhr        Hl. Messe aus dem Kölner Dom

k-tv                              19.00 Uhr        Hl. Messe

Im Internet:

Radio Horeb                10.00 Uhr Hl. Messe

Im Radio:

Domradio                   10.00 Uhr        Hl. Messe

WDR 5                         10.00 Uhr        in der Regel alle 2 Wochen kath. Messfeier

Deutschlandfunk         10.05 Uhr        in der Regel alle 2 Wochen kath. Messfeier

Radio Horeb                10.00 Uhr        Hl. Messe

Werktagsmessen:

Im Fernsehen:

Bibel.TV                        8.00 Uhr        Hl. Messe

k-tv                                7.00 Uhr        Hl. Messe  (Mo; Fr; Sa)

                                      9.00 Uhr        Hl. Messe (an einigen Werktagen vorher Rosenkranz)

12.00 Uhr        Hl. Messe (Mo-Fr)

19.00 Uhr        Hl. Messe (Mo-Sa)

Im Radio:

Radio Horeb                  9.00 Uhr        Hl. Messe

 




 

 

 

 

 

 

 

       

 

 

 


 

 

 

Newsletter

Hier können Sie sich für unseren Newsletter anmelden.
Nach der Anmeldung erhalten Sie eine Link per Mail den Sie Bestätigen müssen. Erst danach ist die Anmeldung zum Newsletter abgeschlossen.

Öffnungszeiten PV-Büro

Steckebahn 3
Tel. 02762/4000200

Öffungszeiten:
Mo.: 9-12 Uhr
Di.: 15-18 Uhr
Mi.: geschlossen
Do.: 9-12 Uhr
Fr.:  9-12 Uhr

 

Zum Seitenanfang